Workshops im Reallabor

Wie im vorherigen Beitrag bereits erwähnt, hatten wir die Möglichkeit an verschiedenen Workshops teilzunehmen oder Dinge auszuprobieren. Manches kam für mich nicht in Frage (zum Beispiel ein Lastenrad auszuprobieren, weil mein Fahrrad voll ausreichend ist) und manches passte terminlich nicht. Das hier hab ich alles mitgemacht und aus allen auch Veränderungen in meinen Alltag übernommen:

Beratung zum Thema “unverpackt im Bad“
Für die Beratung ist Meike Schulzik vom “Einzelhandel zum Wohlfüllen“ zu uns nach Hause gekommen. Sie hatte vorher gefragt, ob wir einen Schwerpunkt setzen wollen und wir haben uns fürs Bad entschieden. Meike hat uns verschiedene Produkte mitgebracht, die verpackungsfrei oder zumindest verpackungsarm sind. Von nachfüllbarer Zahnseide im Glas, über festes Shampoo bis hin zu Abschminkpads aus Baumwolle war alles dabei. Toll dabei war, dass man viele Fragen zu den Produkten, der Herstellung und der Lieferung stellen konnte und die Beratung individuell angepasst wurde. Außerdem wurde nochmal die Codecheck-app empfohlen, um Produkte auf Inhaltsstoffe wie Mikroplastik zu überprüfen. Überraschend war für mich vor allen Dingen, wofür es bereits alles (bezahlbare) plastikfreie Alternativen gibt. Ich hab im Anschluss ein paar der Sachen ausprobiert und auch mittlerweile im Alltag integriert. Dazu schreib ich aber nochmal was in einem Beitrag zum Fazit des gesamten Reallabors.


Reinigungsmittel selbst herstellen
Im “einfach unverpackt“ Laden in Münster haben wir selbst Waschmittel und Toilettenreinigertabs hergestellt, ohne Verpackung und beides in relativ kurzer Zeit. Außerdem ist das ganze auch kostengünstig und lässt sich auch in größeren Mengen herstellen.


Besichtigung der Mülldeponie
Hier konnten wir am Deponie-Erlebnispfad teilnehmen – der ist eigentlich für Kinder gedacht, aber ich muss gestehen, ich hab einiges über Müll gelernt. Nämlich, dass der Mythos, es werde eh einfach alles zusammen verbrannt, sodass Mülltrennung überflüssig ist, definitiv falsch ist. In Münster werden die unterschiedlichen Müllsorten so gut es geht recycelt und für unterschiedliche Zwecke weiter verwendet. Außerdem, dass Müll zur Energiegewinnung genutzt werden kann und die Mülldeponie deswegen autark funktioniert. Vor allem für Kinder und Schulklassen lohnt es sich, die Deponie mal zu besichtigen, aber auch als Erwachsener ist es sehenswert. Mich hat die Besichtigung nachhaltig in meiner Einstellung zu Müll geprägt und die Höhe des Deponiebergs ist beeindruckend.


Beratung und Workshop zum Thema Lebensmittel haltbar machen
Hier haben wir unter anderem Kohl zum Fermentieren vorbereitet, um daraus Sauerkraut zu machen. Außerdem gab es quasi eine Einführung zum Thema nachhaltige Ernährung. Dadurch dass sich mein Leben ja sowieso viel um Essen dreht, hab ich hier nicht viel neues erfahren. Gleichzeitig war es aber gut, nochmal daran erinnert zu werden wie sinnvoll es ist, saisonal, regional einzukaufen und auf Bioprodukte zurückzugreifen. Nicht nur für die Umwelt, sondern auch in Bezug auf die Nährstoffe im Essen. Es ist ja logisch, dass eine Birne aus Deutschland, die ich frisch auf dem Markt kaufe, mehr Nährstoffe enthält als irgendeine Mango, die gelagert und eingeflogen wurde. Außerdem lässt sich fast jedes Obst und Gemüse durch Einkochen oder Fermentieren lange haltbar machen. 


Unverpackt einkaufen
Eigentlich war das kein richtiger Workshop, aber beide Anbieter von Unverpacktläden in Münster haben angeboten, dass man sich jederzeit im Laden beraten lassen kann, wie man am besten unverpackt einkauft. Ich hab mir das Konzept vor Ort ein wenig erklären lassen und zum Beispiel die Empfehlung bekommen, so viel wie möglich in Stoffbeuteln zu kaufen, weil Gläser und andere Behältnisse oft umständlicher zu transportieren sind. Zuhause kann man es dann in Gläser oder ähnliches umfüllen. Ich war positiv überrascht von der Größe des Angebotes im unverpackt Laden und auch mein Vorurteil, dass es bestimmt teurer ist als im Supermarkt, konnte ich ausräumen. Einiges ist sicherlich ein wenig teurer, dafür dann aber auch qualitativ hochwertiger, anderes ist dafür aber auch günstiger. Insgesamt zahlt man vielleicht ein klein wenig mehr, dafür hat man dann aber auch ein gutes Gewissen – und ein schöner Nebeneffekt ist, dass beispielsweise das selbst gemischte Müsli voll meinen Wünschen entspricht und im großen Glas richtig schön aussieht. 

Neben den Workshops hatten wir regelmäßige Treffen in der Großgruppe mit allen Haushalten, den Organisatoren des Projekts und teilweise mit den Anbietern, um Erfahrungen auszutauschen, Fragen zu klären und einfach durch die Gruppe die Motivation hochzuhalten. Dabei hat mir immer besonders gut gefallen, wie viel Leidenschaft alle in das Projekt gesteckt haben und mit wie viel Begeisterung jeder für sich an seinen selbst gesetzten Zielen gearbeitet hat. Das hat mich selbst dann immer wieder motiviert und angespornt nicht in alte Muster zurückzufallen. 

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