Veränderungen im Bereich Mobilität

Da ich schon lange in Münster wohne, fahre ich grundsätzlich viel Fahrrad. Vor allem im Studium hatte ich quasi kein anderes Fortbewegungsmittel – den Bus oder die Bahn hab ich nur sehr selten genutzt. Side note: Übrigens hatte ich beim ersten Weg zur Uni einen Platten und habe meine Mutter angerufen, dass sie mich abholen soll, weil ich doch nicht Studieren werde und zurück ins Sauerland will 😉

Durch eine lange Partnerschaft, hatte ich die letzten Jahre auch den Luxus eines Autos, das ich nach Bedarf nutzen konnte. Dadurch hat sich nach und nach auch ein wenig Bequemlichkeit eingeschlichen, ich hab große Einkäufe, Wege bei schlechtem Wetter oder auch den Weg zur Arbeit oder in die Heimat statt mit dem Zug, mit dem Auto gemacht. Und wenn mich daran was gestört hat, dann eigentlich nur, dass ich mich weniger bewegt habe, als vorher.

Durch das Reallabor hab ich mein Verhalten in Bezug auf die Autonutzung erstmals hinterfragt und mir selbst immer wieder “Challenges“ gestellt, z.B. einen Monat das Auto gar nicht nutzen, oder egal bei welchem Wetter, immer mit dem Fahrrad zum Einkaufen fahren. Das hat ziemlich gut geklappt, sodass es für mich nie zur Debatte stand, mir nach der Trennung ein eigenes Auto anzuschaffen. Seit Sommer bin ich jetzt also „autolos“ und komme ziemlich gut klar.

Allerdings hab ich mich im Rahmen des Projektes im Herbst bei Stadtteilauto angemeldet, um für die wenigen Wege, die ich nicht mit Rad, Bus oder Bahn erledigen kann, notfalls ein Auto nutzen zu können. Das war von September 2019 bis jetzt 3 mal der Fall, den Rest der Zeit bin ich problemlos ohne Auto unterwegs und fühle mich sehr gut dabei. Carsharing kann ich auf jeden Fall nur empfehlen, die Kosten sind überschaubar, die Nutzung ist (zumindest in Münster) ziemlich easy und man muss nicht unbedingt lange vorab ein Auto reservieren, sondern ist recht flexibel. 

Ansonsten geht’s beim Thema Mobilität natürlich auch um Flugreisen oder Kreuzfahrten. Letztere hab ich noch nie gemacht und hab auch weiterhin kein Interesse daran. Geflogen bin ich letztes Jahr trotzdem, allerdings hab ich vorher deutlich mehr drüber nachgedacht, ob ich die Reise wirklich machen möchte und bin viel bewusster an das Thema herangegangen. Und ich habe alle Flüge, die ich gemacht habe, komplett über Atmosfair kompensiert – das macht das Fliegen natürlich nicht ungeschehen oder den CO2-Austausch rückgängig, aber es ändert eben doch was. Man bekommt darüber übrigens eine Spendenquittung, die man bei der Steuer einreichen kann. Ich kann das nur empfehlen, Angebote dieser Art zu nutzen.

Fahrten in die Heimat oder zu Freunden mache ich mit dem Zug, dadurch bin ich manchmal länger unterwegs, aber ich plane mir für die Fahrten immer bestimmte Aktivitäten ein, höre Podcasts, Musik oder lese, sodass es sich nicht nach verschwendeter Zeit anfühlt. Und ich reise mit dem Zug tatsächlich entspannter als mit dem Auto.

Aktuell hab ich ein wenig die Fantasie, niemals ein eigenes Auto zu besitzen und finde den Gedanken nicht nur sehr angenehm, sondern auch relativ realistisch – ich weiß nicht, wie sich meine Haltung verändern wird, wenn ich mal eigene Kinder habe, aber aktuell erscheint mir das machbar.

Für 2020 sind bisher nur Urlaube geplant, die ich mit dem Zug oder Auto machen werde, möglicherweise werde ich auch eine Flugreise machen, aber dann werde ich sicherlich wieder auf Atmosfair zurückgreifen.

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